01 September 2006

Erste Eindrücke aus St. Petersburg

4. Tag in St. Petersburg und es ist bereits eine ganze Menge passiert. Es ist für mich jeden Tag aufs Neue schwierig, ohne tiefere Russischkenntnisse, die bürokratischen Vorgaben zu meistern. Nun scheint es jedoch zumindest mit den ganzen Anmelde- und Anfangsformalitäten getan.
Nach meiner Ankunft wurde ich leider nicht abgeholt. Einen Tutor oder ähnliches gibt es nicht. So bin ich auf gut Glück zum Verwaltungsgebäude, in dem die Person, mit der ich im Vorwege Kontakt hatte, arbeitet. Glücklicherweise ist dieses Verwaltungsgebäude auch gleichzeitig ein Studentenwohnheim, in dem ich untergekommen bin. Zu viert teilen wir uns nun 2 Zimmer, ein Bad und eine Küche (2 Herdplatten und eine Spüle) und werden dafür doch noch recht viel bezahlen müssen. Dennoch wurde uns gesagt, dass dies die besten Räumlichkeiten sind (Putz kommt von der Decke, die Tapeten von den Wänden,…). Wenn wir die ganzen neuen Gebäude und die Produkte in den Einrichtungsläden sehen können wir das aber nicht ganz glauben. Nebenan ist ein weiteres Studentenwohnheim, welches, verglichen mit unserem, tatsächlich noch wesentlich schlimmer aussieht und auch nur ein viertel von unserem kostet. Für uns ist die Möglichkeit dorthin zu ziehen jedoch von vorne herein ausgeschlossen (schließlich wollen sie unser Geld).
Die Registrierung ist hier das größte Hindernis. Der Wohnort wird dabei festgehalten und man kann anschließend nicht so einfach woanders hin umziehen. Es ist mit ein Grund warum sie uns nicht eines der billigen Zimmer mieten lassen wollen. Denn danach könnte man sich wunderbar einfach ein weiteres, gutes Zimmer auf dem freien Markt suchen und gleichzeitig im billigen Wohnheim registriert sein. Abgesehen von diesen Wohnauflagen braucht man für die Registrierung auch einen russischen! Aidstest und russische Passfotos. Zudem muss das alles binnen 3 Tage erfolgen. Also war der Anfang recht hektisch, bis ich das alles herausgefunden und gemacht hatte.

Meine Mitbewohner (ein Finne, Lassi; ein Tscheche, Milan; und ein Dresdener, Tilo) sind alle ganz nett und im Russischen mir weit voraus. Dadurch können sie mir ab und zu helfen. Leider werde ich den von mir gewünschten Intensivkurs nicht belegen können. Stattdessen wurde ich der Bauing.fakultät zugeteilt und dort wohl irgendwelche Kurse belegen müssen.

Was ich bisher von der Stadt gesehen habe ist sie in der Innenstadt sehr stark renoviert, in den Randbezirken doch sehr gemischt. Mein Studentenwohnheim steht zum Beispiel zwischen Kleinindustrie, Umspannwerk, neuesten und ältesten Wohngebäuden. Parks sind auch nie weit.

So, werde mich nun mit meinen Mitbewohnern noch auf ein Glas Wodka und eine Flasche Bier zusammensetzen und die nächsten Tage planen. Ich hoffe ihr genießt die Ferien!
Bis bald aus St. Petersburg.

1 Kommentar:

Bob_Stefan hat gesagt…

Heho, der Verwaltungskram kommt mir sehr bekannt vor...ich war nur Tourist. Nicht schlecht, dass du das alles hinkriegst.
In jedem Fall gibt es viel zu entdecken und wenn ersteinmal der Winter kommt...Nutze solange noch die Parks oder diesen einen auf der Insel und am Wasser. Nur noch nen Kommentar...Bier ist Gepansche, Wodka dagegen Kuturvoll und streng kontroliert. Manche sagen, dass erst dass Bier nen richtigen Alki macht.

Paka
stefan